Berlinale 2010 Perspektive Deutsches Kino
BESTE DARSTELLERIN FRANZISKA PETRI

Filmschau Baden-Württemberg 2010
BESTER KURZFILM

Aubagne Intern. Film Festival 2010
BESTE DARSTELLERIN & BESTER FILM

Sehsüchte 2010
nominiert BESTER PRODUZENT

International Film Festival Poitier
nominiert BESTER FILM

Biberacher Filmfestspiele
nominiert BESTER DEBUTFILM

FÜR MIRIAM - Berlinale 2010

TRAILER

Synopsis

Die Mathelehrerin Karen wird unverschuldet in einen Verkehrsunfall verwickelt, bei dem eine Rollerfahrerin stirbt. Sie trifft keine Schuld, doch die junge Frau ist verstört. Umso mehr, als sie erfährt, dass es sich bei dem toten Unfallopfer Miriam um die Schwester ihres Schülers Lukas handelt. Je beharrlicher ihre gesamte Umgebung sie entlastet, desto mehr Schuld empfindet Karen selbst: der Unfall bedeutet für sie eine Gleichung, die nicht aufgeht. Um etwas wieder gut zu machen, erteilt sie Lukas Nachhilfeunterricht in Mathematik. Doch der Junge fordert in seinem Schmerz wesentlich mehr.
Karen lässt sich, getrieben von dem Wunsch nach Abbitte, auf eine selbstzerstörerische Beziehung ein. Selbst als Lukas sich ihr handgreiflich nähert, wehrt sie sich nicht.
So rigide sie sich in die Intensität der physischen Begegnungen mit Lukas stürzt, so stark entfremdet sie sich von ihrem Freund Christian. Der möchte nach vorne schauen und bringt seiner Lebensgefährtin immer weniger Verständnis entgegen. Die brodelnden Beziehungsprobleme eskalieren. In ihrer Einsamkeit und Trauer wähnt Karen sich allein von Lukas verstanden. Und so macht die schmerzhafte Verbundenheit dieser beiden bald etwas ganz anderes möglich.

LÄNGE
60 Min
FORMAT
Arri 16mm, 2,40:1
REGIE
Lars-Gunnar Lotz
DREHBUCH
Anna Praßler
PRODUZENTEN
Sebastian Sawetzki, Manuel Challal
REDAKTION
Brigitte Dithard (SWR), Claudia Glazewski (BR)
KAMERA
Jan Prahl
SZENENBILD
Anna Luise Weinkamm
DARSTELLER
Franziska Petri, Vincent Redetzki, Kai Scheve, Regina Gisbertz, Rolf Kanies, Marita Breuer
SENDER
SWR, BR, ARTE

Als mir die Autorin Anna Praßler das erste Mal die Idee zu dem Stoff FÜR MIRIAM erzählte, war ich sofort ergriffen und gepackt von dem Sog, den diese Geschichte entwickelt. Zusammen arbeiteten wir dann an der Geschichte dieser jungen Frau, die in einen Verkehrsunfall verwickelt wird und sich trotz allem Freispruch schuldig fühlt. Schuld als Gefühl und nicht als richterlicher Beschluss ist der Beginn der Reise unserer Protagonistin, die ihr Leben scheinbar sicher geordnet hatte. Doch diesmal scheint eine Gleichung nicht aufzugehen. Franziska findet in der Welt der Mathematik ihren Halt und Sinn nicht mehr – ebenso ergeht es Lukas schon länger mit dem Glauben der Eltern. So treiben sie beide in eine selbstzerstörerische Beziehung, an deren Ende sie sich aneinander festhalten. Zum Schluss der Geschichte begegnen sich zwei Menschen völlig neu und erfahren nach langer Zeit wieder intensive Nähe und Wärme. Etwas Einmaliges ist zwischen ihnen entstanden, das für immer bestehen bleiben wird, auch wenn sich ihre Wege wieder trennen müssen. Mich persönlich interessiert an der Geschichte, dass die Schuld, die die Hauptfigur empfindet, nur eine rein subjektiv gefühlte ist. Es ist spannend, wie sich dieses belastende Gefühl weiter ausdehnen kann und auf einmal ein ganzes Lebenskonzept in Frage stellt und eigenes Verschulden und Versagen aus der Vergangenheit heraufbeschwört. Das Gefühl der Schuld, weil man plötzlich ganz eng mit dem tragischen Schicksal eines anderen Menschen verbunden ist, der daraus resultierende Wunsch, etwas wieder gut zu machen und die Frage, wie weit man dafür geht, bildet für mich dabei das Zentrum dieses Films. Dieser Frage, die letzen Endes natürlich auch die Frage nach einem Sinn impliziert, gehe ich mit diesem Film nach.

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